In stillem Gedenken

Christine Glombitza

12. Mai 1955 – 7. Juni 2026

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Christine Glombitza.

Als Kollegin, Dozentin, Vertrauensanalytikerin und engagierte Mitgestalterin des PaIB hat sie unser Institut über viele Jahre mit ihrer Leidenschaft, Klarheit, Kreativität und besonderen Zugewandtheit geprägt.

Ihr besonderes Interesse galt der britischen Psychoanalyse. Viele persönliche und fachliche Verbindungen nach London begleiteten und inspirierten ihr analytisches Denken und Wirken.

Wir erinnern uns an Christine als einen Menschen voller Lebendigkeit, Wärme, Verbindlichkeit und innerer Klarheit. Ihre besondere Fähigkeit zur Bezogenheit, ihre Aufmerksamkeit für andere und ihre Leidenschaft für die Psychoanalyse bleiben uns in dankbarer Erinnerung.

Unser Mitgefühl gilt ihrem Mann Heribert sowie allen Angehörigen, Freundinnen, Freunden, Kolleg:innen und Wegbegleiter:innen.

Christine Glombitza starb in der Nacht des 7. Juni 2026 im Alter von 71 Jahren in Anwesenheit ihres Mannes.

Trauerfeier

Die Trauerfeier für Christine Glombitza findet am
Donnerstag, den 2. Juli 2026, um 10:30 Uhr
in der Kapelle am Friedrichswerderschen Friedhof statt.

Der Friedrichswerdersche Friedhof ist der mittlere der drei Friedhöfe entlang der Bergmannstraße. Die Kapelle liegt gegenüber der Schule, einem großen roten Backsteingebäude. Direkt neben der Kapelle befindet sich ein Café.

Nachruf auf Christine Glombitza

12. Mai 1955 – 7. Juni 2026

Würde man Menschen, die Christine Glombitza kannten, bitten, sie kurz zu beschreiben, würden mit Sicherheit die Worte Leidenschaft und Bezogenheit fallen. Christine war leidenschaftlich, sozusagen „all in“; dies war unübersehbar und im Kontakt mit ihr stets fühlbar. Leidenschaftlich in ihren Beziehungen, mit ihrem Mann, ihren vielen Freunden und Freundinnen, ihrem Patenkind und in Bezug auf geschätzte Kolleg:innen – und natürlich leidenschaftlich für ihre Patientinnen und Patienten.

Geboren ist Christine 1955 in Thüringen. Auch in ihrer inneren Entwicklung hat sie nie weite Wege und mitunter ebenso steinige Wege gescheut. Nach ihrem Psychologiestudium absolvierte sie zunächst die jungianische Ausbildung am Institut für Psychotherapie, interessierte sich jedoch bald stärker für die Fachrichtung Psychoanalyse. Sie wurde erst Mitglied in der DPG-Arbeitsgruppe, dann im PaIB und in der DPG. Ebenso früh wurde sie Mitglied der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung.

Sie war außerordentlich interessiert an der britischen Psychoanalyse und gehört sicherlich zu den PaIB- und DPG-Mitgliedern, die am häufigsten bei der jährlich stattfindenden DPG-Konferenz in London anzutreffen waren. Hier knüpfte sie mit großer Begeisterung viele persönliche Kontakte zu britischen Psychoanalytiker:innen, fuhr über viele Jahre regelmäßig zur Supervision nach London; aus einer ganzen Reihe dieser Supervisionsbeziehungen wurden enge Freundschaften.

Folgerichtig war sie Gastmitglied am British Institute of Psychoanalysis. Irma Brenman Pick kann als Christines wichtigste Lehrerin bezeichnet werden, mit der sie sich darüber hinaus eng befreundete. Beide sahen sich regelmäßig in London oder auch in Berlin. Und hier verfuhr sie wie in all ihren anderen Freundschaften: Sie war „all in“, extrem bezogen, zuverlässig, sehr aufmerksam und verwöhnte die Menschen, die sie mochte und liebte, mit köstlichen Speisen und Gebäck.

Auch am PaIB durften wir davon profitieren. Ich erinnere mich an frühere Fallkonferenzen mit Irma Brenman Pick, Don Campbell, Michael Parsons, Joshua Durban und anderen, bei denen Christine, die den damaligen PaIB-Vorstand regelmäßig unterstützte, gerne selbst das Fingerfood-Buffet zubereitete.

Sie war Dozentin am PaIB und von 2009 an für etwa neun Jahre Mitglied im Unterrichtsausschuss Psychoanalyse. Hier war sie eine wichtige kritische und auch streitbare Stimme. Von ihrer Kreativität haben wir alle profitiert. Als wir in den 2010er Jahren sehr wenige Bewerbungen am Institut hatten, bot sie bei allen Summer Schools des PaIB gemeinsam mit Ralf Scheuern Seminare an.

Darüber hinaus entwickelte sie selbst das „Labor zur psychoanalytischen Fallarbeit“ als wichtiges Outreach-Format am PaIB. Studierende konnten einer psychoanalytischen Intervisionsgruppe zuschauen und miterleben, wie diese über einen Fall nachdachte. Überflüssig zu sagen, wie gut diese Veranstaltung bei den Studierenden ankam, die begeistert die Kreativität des analytischen Denkens aufsaugten.

Später organisierte sie viele Jahre lang das jährlich stattfindende Skogstad-Seminar mit Helga und Wilhelm Skogstad aus London am PaIB und war auch Vertrauensanalytikerin am IfP.

Christine gründete immer wieder Gruppen: ihre Kinogruppe, ihre Intervisionsgruppe, die seit vielen Jahren miteinander arbeitet, und eine Supervisionsgruppe mit David Bell aus England. Mit der ihr besonderen Art von Bezogenheit kümmerte sie sich um diese Gruppen und hielt sie zusammen. Nicht selten war sie deren Bindeglied.

Dem PaIB war sie bis zuletzt treu. Mit Gabriele Kehr hat sie viele Jahre zusammen ein TKS angeboten, welches sie gerne auch in diesem Jahr gemacht hätte.

Christine Glombitza hat ihre schwere Krebserkrankung mit beeindruckender Stärke und Klarheit aufgenommen. Sie hat sofort nach ihrer Diagnose innerhalb von vier Wochen ihre Praxis geschlossen und gut für ihre Patient:innen gesorgt. Die Auseinandersetzung mit dem Sterben und dem Tod und ihrer verbliebenen Zeit war derart klarsichtig und akzeptierend, dass die Menschen um sie herum Christines Tempo auf eine Weise nicht hinterherkamen.

Es schmerzt mich, diese kurzen Worte über Christine zu schreiben, die noch Mitte Januar, kurz vor ihrer Krebsdiagnose, vital, lebensfroh und voller Pläne war. Sie wollte weiterhin die Welt entdecken, liebte Kultur und gute Bücher.

Tröstlich ist die Tatsache, dass sie noch vor vier Wochen – an einem ihrer Lieblingsorte in Südfrankreich – gemeinsam mit ihrem Mann Heribert wandern konnte.

Christine Glombitza ist mit 71 Jahren in der Nacht vom 7. Juni in Anwesenheit ihres Mannes gestorben.

Berlin, den 8. Juni 2026
Sylvia Schulze